Kinder-Ferienprogramm, 19.08.2026

Im Rahmen des diesjährigen Ferienprogramms veranstaltete der Heimatverein Schwaigern e.V., zum zweiten Mal, einen kreativen Makramee-Traumfänger-Workshop. Das Ziel war es, den Kindern und Jugendlichen eine traditionelle Handarbeitstechnik, seit 400 v.Chr., näherzubringen und gleichzeitig ihre Kreativität zu fördern. Die Teilnehmerzahl von neun Kindern war ideal, um eine persönliche Betreuung und eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu gewährleisten. Der Heimatverein Schwaigern e.V. bedankt sich bei allen Teilnehmern für ihr Engagement und bei Frau Barth für die hervorragende Anleitung und Vorbereitung. Wir sind überzeugt, dass solche kreativen Angebote einen wertvollen Beitrag zur Jugendarbeit in unserer Gemeinde leisten und freuen uns bereits auf das nächste Ferienprogramm.

Wer hat Makramee erfunden?

Makramee geht nicht auf eine einzelne Erfinderin oder einen einzelnen Erfinder zurück. Die Technik entstand über viele Jahrhunderte aus dem einfachen Knüpfen von Fäden und zählt neben Weben und Stricken zu den ältesten Handarbeitstechniken der Menschheit. Aus dem Verbinden von Fadenenden entwickelten sich kunstvolle Knoten, Muster und Techniken. So entstand die dekorative Knotenkunst Makramee, mit der bis heute Textilien, Schmuck und Einrichtungsgegenstände gefertigt werden.

Woher kommt Makramee?

Die Ursprünge der dekorativen Knotenkunst wurden lange vor allem in China und Japan vermutet. Archäologische Funde zeigen jedoch ähnliche Knüpftechniken in anderen Weltregionen. Besonders alte Beispiele stammen aus ägyptischen Gräbern; einige Muster sind über 4.000 Jahre alt. Im 13. Jahrhundert gelangte Makramee aus den Ländern des Ostens, darunter Indien, China und Japan, über Spanien nach Europa. Kreuzritter, Mauren und besonders Seeleute verbreiteten die Technik weiter. Seeleute nutzten Knoten an Bord und fertigten daraus Alltagsgegenstände wie Ketten, Talismane, Netze, Hängematten und Gürtel. Auf Handelsreisen verkauften sie diese Stücke und brachten Makramee bis nach Nord- und Südamerika.Im 15. Jahrhundert entwickelte sich Makramee besonders in Italien und später in ganz Westeuropa weiter. Geknüpft wurden unter anderem Spitze, Tagesdecken, Vorhänge und Kleidung. Im 17. Jahrhundert verbreitete sich Makramee von Italien aus weiter nach Nordeuropa und Nordamerika.

Wann war Makramee besonders modern?

Makramee war besonders im 18. Jahrhundert beliebt. Als goldenes Zeitalter gilt die viktorianische Ära in England. Damals entstanden ganze Wohnungseinrichtungen aus Makramee, etwa Tischdecken, Tagesdecken und Vorhänge. Auch Kleidung und Unterwäsche wurden damit verziert. In dieser Zeit entstanden erste Makramee-Schulen. Valentina Cavandoli unterrichtete die Technik bereits Kinder ab fünf Jahren. Das Cavandoli-Makramee nutzt vor allem einen Knoten und wird heute häufig für Schmuck verwendet.

Was bedeutet das Wort Makramee?

Die Makramee-Technik veränderte sich über Jahrtausende. Sie geriet zeitweise in Vergessenheit, wurde wiederbelebt und um neue Knoten, Muster und Anwendungen erweitert. Auch ihre Bezeichnung wechselte: Früher sprach man etwa von quadratisch gewebter Spitze, geknoteten Fransen oder quadratischem Verknoten. Zur Herkunft des Wortes „Makramee“ gibt es mehrere Erklärungen. In Europa wurde es im 19. Jahrhundert für das Knotenweben verwendet. Häufig wird es vom arabischen „miqramah“ oder „miqrama“ abgeleitet, das „Zierfranse“ oder „geknüpfter Schleier“ bedeuten kann. Das passt zu arabischen Webern, die im 13. Jahrhundert Stoffränder zu dekorativen Fransen verknoteten. Seeleute nannten die Technik im 19. Jahrhundert auch „quadratisches Verknoten“, nach einem häufig verwendeten Knoten. Teilweise war zudem die Bezeichnung „McNamara’s Lace“ gebräuchlich. Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich „Makramee“ international als Bezeichnung für die Handwerkskunst des Knotenwebens durch.

Makramee ist wieder voll im Trend

Nach dem Rückgang im 19. Jahrhundert wurde Makramee in den 1970er-Jahren wieder sehr beliebt. Typisch waren Wandbehänge, Kleidung, Decken, Tischdecken, Vorhänge und Pflanzenaufhänger. Makramee war eine beliebte Freizeitbeschäftigung und teils auch Teil des Schulunterrichts. Besonders prägend waren Makramee-Eulen, Blumenampeln und Schmuck wie Fußkettchen, Armbänder und Halsketten. In den frühen 1980er-Jahren kam der Makramee-Trend erneut aus der Mode. Seit etwa 2015 erlebt Makramee ein Comeback. Boho-Stil, natürliche Materialien und selbstgemachte Dekorationen machten die Technik wieder modern. Makramee bleibt beliebt, weil es vielseitig ist: schlicht oder kunstvoll, klein oder groß, dekorativ oder praktisch. Für viele DIY-Fans verbindet es Kreativität, Entspannung und nützliches Gestalten.

Der Traumfänger

Ein Traumfänger ist ein heiliges Schutzobjekt aus der Kultur der Ojibwe. Nach traditioneller Vorstellung lässt er gute Träume hindurch, fängt schlechte Träume im Netz auf und löst sie im Morgenlicht auf. Heute wird er häufig als Glücksbringer und dekoratives Element verwendet.

Der Traumfänger stammt von den Anishinabe (Ojibwe) und verbreitete sich später in weiteren nordamerikanischen Kulturen.

Der Ring ist traditionell aus Weidenholz gefertigt; er steht für den Kreislauf des Lebens.

Das Netz soll negative Energien oder Albträume auffangen.

Die Federn sollen guten Träumen einen sanften Weg zum Schlafenden bieten.

Schlechte Träume bleiben im netzartigen Muster hängen und lösen sich im ersten Sonnenlicht auf.

Gute Träume gelangen durch die Öffnung in der Mitte oder gleiten an den Federn herab.

Heute gilt der Traumfänger als Amulett für inneren Frieden, Schutz vor negativen Einflüssen und als spirituelle Dekoration.