Hexenturm und Hexenverbrennung

Der Fall Anna Maria Heinrich: 

Hexenprozess in Schwaigern 1713

In Schwaigern ist vor allem der Fall von Anna Maria Heinrich historisch belegt, die im frühen 18. Jahrhundert Opfer der Hexenverfolgung wurde. 

Am 28. Juli 1713, also vor 300 Jahren, läuteten in Schwaigern morgens um 9.00 Uhr die Kirchenglocken. An diesem Tag wurde Anna Maria Heinrich, die nach einem langen Prozess als Hexe zum Tode verurteilt worden war, zur Richtstätte geführt. Das Urteil lautete, dass sie durch Verbrennung bei lebendigem Leibe hingerichtet werden sollte. Falls sie in ihren letzten Tagen ernsthafte Reue zeigen würde, sollte sie vor dem Verbrennen erdrosselt werden.

Das Feuer wurde an jenem Freitagmorgen entzündet und brannte drei Stunden. Am Ende war die Inquisitin, wie es im Hinrichtungsbericht heißt, zu Asche verbrannt. Der Grund für die Anklage gegen Anna Maria Heinrich war der Vorwurf, beim 14-jährigen Friedrich Wilhelm, einem Sohn des Ortsherren Eberhard Friedrich von Neipperg, eine Krankheit verursacht zu haben. Nach langen Verhören, Fesselung, stundenlangen Gebeten mit dem Stadtpfarrer und unter Androhung der Folter gestand die Beschuldigte schließlich, eine Hexe zu sein.

Der Hexenturm in Schwaigern

Ein markantes Zeugnis der Hexenverfolgungen im frühen 18. Jahrhundert ist der sogenannte Hexenturm, welcher Teil der südlichen Stadtmauer von Schwaigern ist. Der Turm wurde seinerzeit als Gefängnis genutzt und diente dazu, Personen unterzubringen, die der Hexerei beschuldigt waren. Bis heute ist der Hexenturm erhalten und kann im Rahmen einer Stadtführung mit Dieter Schweizer besichtigt werden. Dadurch wird die Erinnerung an die dunkle Zeit der Hexenprozesse lebendig gehalten und interessierten Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht.

Aus diesem Anlass hat der Heimatverein sich zur Aufgabe gemacht, die damalige Situation anschaulich darzustellen. Ziel ist es, das Verständnis für die historischen Ereignisse zu stärken und das Gedenken an die Opfer der Hexenverfolgung zu bewahren. Die Rekonstruktion der Umstände soll dabei helfen, die Geschehnisse für heutige Generationen nachvollziehbar zu machen und die Bedeutung von Orten wie dem Hexenturm als Mahnmale zu unterstreichen.